Zucht und Aufzucht 

Wir betrachten unsere Haflinger als Familienmitglieder und Freizeitpartner. Mit dem Thema Zucht beschäftigen wir uns natürlich auch intensiv, auch wenn wir (bewusst) nicht jedes Jahr Nachwuchs züchten. Auch der Sport spielt eine wesentliche Rolle bei uns, schon von daher ist es für unsere Belange nicht sinnvoll, die Stuten jedes Jahr belegen zu lassen.

Unsere Haflingerzucht basiert auf zwei reingezogenen Mutterstämmen:
unser bereits langjährig bewährter Stutenstamm der Pr.St. Mandy-Maureen, deren weibliche Nachkommen in unserem Besitz dadurch gekennzeichnet sind, dass vor ihrem Namen "MM´s" steht. Hieraus geht auch unsere Pr.St. MM´s Amber-Queeny hervor. Als zweite Stammstute haben wir 2001 als Fohlen in Tirol die Pr.St. Sternchen-Star erworben, deren Pedigree auf beiden Seiten auf Weltsiegerpferde des Fohlenhof Ebbs zurückgeht. Die weiblichen Nachkommen der Sternchen-Star beginnen mit dem Anfangsbuchstaben S und tragen an ihren eigentlichen Namen den Zusatz "-Star" wie die Mutter auch.

Bei der Auswahl der Hengste achten wir auf erfolgreiche Reinzucht-Pedigrees,  sowie auf Korrektheit, Adel, Sportlichkeit  und einwandfreien Charakter. 
Der ausschlaggebende Punkt bei der Wahl des Hengstes ist, dass er zu der Stute passt und Exterieurmerkmale oder Bewegungsqualitäten mitbringt, die ggf. bei der Stute verbessert werden könnten. 
Hierbei überlegen wir lange und reiflich und nehmen dafür auch weite Fahrten in Kauf.

Wenn wir uns dann für einen Hengst entschieden haben und die Befruchtung geklappt hat (bisher haben wir eine 100%-Erfolgsrate), ist es auch jedesmal auf´s neue spannend und aufregend, auf die Geburt zu warten. 

Bis auf die Geburt von "Juni" haben wir alle Fohlengeburten live miterlebt, und bis jetzt war es nicht notwendig, aktiv mit einzugreifen, da die Stuten es immer alleine geschafft haben. Wir streifen bei dem neugeborenen Fohlen lediglich die Eihaut ab und desinfizieren den Nabel. Der Stute binden wir die Nachgeburt hoch, damit sie sich nicht darauf tritt. Dann lassen wir die beiden alleine in der Box, denn das Neugeborene muss den Kontakt zu seiner Mutter suchen und selbständig das Euter finden. Wir beobachten die beiden solange, bis das Fohlen genug getrunken hat, sein Darmpech abgegangen ist und die Stute die Nachgeburt verloren hat. Den Tierarzt rufen wir am nächsten Tag, um das Fohlen gegen Fohlenlähme impfen zu lassen.

Das junge Fohlen muss vom ersten Tag an in der Herde mitlaufen, muss lernen sich zu integrieren und unterzuordnen. Es muss die Gelegenheit haben, viel zu laufen und zu spielen. Als Spielpartner am besten geeignet sind natürlich gleichaltrige Fohlen oder auch Jährlinge. Hengstjährlinge und -zweijährige sollten zumindest über die Sommermonate in einer Herde von mehreren Junghengsten laufen, um ihren Spieltrieb auszuleben. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein Junghengst, der im Herbst von der Hengstweide zurück kommt, sehr zufrieden, umgänglich, ausgeglichen und sozialverträglich ist.

Eine gute Aufzucht des Fohlens/Jungpferdes in der Herde mit gleichaltrigen, aber auch älteren und jüngeren Pferden ist sehr wichtig und stellt eine bedeutende Grundlage für die Erziehung und Ausbildung dar!!!